„Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist seit seiner Gründung vor mehr als 70 Jahren ein wichtigstes Element unserer Demokratie und bedeutender Impulsgeber für den demokratischen Diskurs in unserem Land. Unverfälschte und korrekte Informationen, eine freie und unabhängige Berichterstattung und ein Programmangebot, das vielfältige Sichtweisen, Einstellungen und Meinungen widerspiegelt, sind unverzichtbar für die unvoreingenommene und individuelle Meinungsbildung in unserer Gesellschaft.

Diese historische Errungenschaft ist gerade vor dem Hintergrund der Rolle der Medien in der Nazidiktatur sowie im Vergleich zur kommunistischen Diktatur in der DDR nicht selbstverständlich und muss deshalb immer wieder in Erinnerung gerufen werden.

Trotzdem mehren sich bei einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung verstärkt Zweifel und Kritik an der Erfüllung des Rundfunkauftrages. Angefangen bei der Diskussion um den Leistungsumfang und die Ausgestaltung bis hin zur Debatte um Qualität und Quantität der Berichterstattung und einer Dominanz bestimmter Meinungsspektren.

Diese Kritik darf nicht ignoriert oder gar als irrelevant oder populistisch abgetan werden! Vielmehr sollte sie Antrieb und Ansporn sein, Dinge zu hinterfragen, neu zu denken und zu konstruktiven Lösungen zu kommen. Rückhalt und Vertrauen in der Bevölkerung hängen im Wesentlichen auch davon ab, wie die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mit dieser Kritik und den konkreten Reformvorschlägen und Reformbedarf umgehen.

Deshalb beschäftigen wir uns in unserem Papier neben der Frage der Finanzierung und der Neutralität in der Berichterstattung mit vielen weiteren wichtigen und konkreten Ansatzpunkten, damit die öffentlich-rechtlichen Medien ihre wichtige Rolle und Funktion in unserer Gesellschaft auch im 21. Jahrhundert erhalten und stärken können.“

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