Der CDU-Bundestagsabgeordnete des Kreises Groß-Gerau, Stefan Sauer MdB, und die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ines Claus MdL, fordern eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Neuverlegung der Gleichstromverbindung „Ultranet“ im Kreis Groß-Gerau, um einen angemessenen Abstand der Trassen zu betroffenen Wohngebieten zu gewährleisten.

Die Gleichstromverbindung „Ultranet“, welche von Osterath in Nordrhein-Westfalen nach Philippsburg in Baden-Württemberg führt, ist eine wichtige Stütze der Energieversorgung in Südhessen. Dabei wird die bestehende Wechselstromtrasse demnächst durch eine Gleichstromtrasse ersetzt bzw. ergänzt. Dies ist perspektivisch geboten, um Stromüberschüsse aus Windenergiegebieten im Norden Deutschlands auch in den mittleren und südlichen Regionen Deutschlands nutzbar zu machen.

Ines Claus und Stefan Sauer machen darauf aufmerksam, dass im Gebiet des Kreises Groß-Gerau zahlreiche Wohnsiedlungen näher als 400 Meter an der von dem durchführenden Unternehmen Amprion geplanten Trasse liegen.

Stefan Sauer: „Im Sinne einer größtmöglichen Entlastung der Bürgerinnen und Bürger sollen die bevorstehenden Baumaßnahmen genutzt werden, um neue Belastungen zu vermeiden und dort, wo es möglich ist, eine Verschwenkung des Trassenkorridors durchzuführen. Dabei brauchen wir umfassende Gespräche zwischen allen Beteiligten, wenn eine Verlegung der Trasse zu einer Beeinträchtigung der Abstandsregeln auf anderen seitwärts gelegenen Grundstücken zur Folge haben sollte.“

Die Fraktionen von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen haben gemeinsam Ende 2020 einen Antrag in den Landtag eingebracht, in welchem eine Berücksichtigung der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort bei der Neuverlegung der Gleichstromtrasse gefordert wird. Dazu gehört auch eine teilweise Verlegung der Stammtrasse, um einen angemessenen Abstand zur Wohnbebauung herzustellen. Dabei ist darauf zu achten, dass Beeinträchtigungen der Bürgerinnen und Bürger stets im Verhältnis zum Nutzen der Stromtrasse stehen müssen

Ines Claus macht deutlich: „Als hessische CDU sind wir der Ansicht, dass die Bundesnetzagentur auf Initiative der Hessischen Landesregierung die Fa. Amprion zur teilweisen Korrektur der Trassenführung bewegen sollte, um einen angemessenen Abstand zu Wohngebieten von mindestens 400 Metern zu ermöglichen. Dabei sind die Interessen der Anrainer mit dem weiterhin zweifelsfrei erforderlichen Bau der „Ultranet“-Verbindung in Einklang zu bringen.“

Diese Erklärung wird unterstützt von zahlreichen Bürgermeistern im Kreis Groß-Gerau: Erhard Walther (Groß-Gerau), Peter Burger (Gernsheim), Ingo Kalweit (Bischofsheim), Markus Kretschmann (Riedstadt), Jan Fischer (Nauheim), Thomas Raschel (Stockstadt) und Thies Puttnins-von Trotha (Ginsheim-Gustavsburg) sowie der Landtagsabgeordneten Sabine Bächle-Scholz.

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