„Am 8. Mai 1945 kapitulierte Nazi-Deutschland. Jener Tag markiert das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa und mit ihm das Ende des Faschismus, des Völkermordes, des Holocausts sowie die sprichwörtliche ‚Stunde Null‘.

Heute, 77 Jahre nach den unermesslichen Schrecken, herrscht in Europa wieder Krieg. Und vieles erinnert an die dunkelsten Stunden unserer Geschichte. Die russische Armee begeht schwerste Kriegsverbrechen und geht dabei mit brutalster Grausamkeit gegen die Zivilbevölkerung vor. Wir sehen Städte und Gedenkstätten, die nun unter Beschuss oder bereits in Trümmern liegen. Menschen, die Opfer der Nazis wurden, werden heute erneut bedroht, Freiheit und Selbstbestimmung sollen zerstört werden.

Diese Gegenwart im Mai 2022 macht deutlich, dass es auch heute noch von hoher Bedeutung ist, den 8. Mai als Tag der ewigen Mahnung gegen Vernichtung und Vertreibung in Europa wach zu halten. Wir verstehen es als unsere oberste Pflicht auch in Zukunft daran zu erinnern. Nach mehr als einem dreiviertel Jahrhundert nimmt die Zeit vermehrt die direkten Zeugen des Krieges und der Diktatur. Deshalb brauchen wir die Gedenkstätten, um diese Verantwortung weiter wahrzunehmen, die Aufarbeitung zu verstärken und das Gedenken zu vertiefen und aufrecht zu erhalten. Wir dürfen vor Extremismus, Europafeindlichkeit und politisch motivierter Gewalt nicht die Augen verschließen.

Die Geschichte lehrt uns, aufmerksam und wehrhaft unsere Grundwerte und Demokratie zu verteidigen. Wie fragil dies alles sein kann, zeigt derzeit Putins Überfall auf die Ukraine.“

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