Natur- und Umweltschutz einmal anders und im Kleinformat. Anders und klein, weil es nicht die großen Flüsse wie Rhein oder Main betrifft, sondern weil es sich um die vielen kleinen Bäche in Hessen dreht. „Gerade die kleinen Gewässer, die durch unsere hessische Landschaft und oft durch unsere Gemeinden fließen, bilden wunderbare Biotope, welche es gilt zu schützen. Darum hat sich das Land Hessen die Aufgabe gesetzt, Hessens Bäche zu renaturieren. Einer davon ist der Gundbach, welcher durch die Gemeinden Mörfelden-Walldorf fließt“, berichtet die Landtagsabgeordnete Ines Claus.

Das Landesprogramm „100 wilde Bäche für Hessen“ wird vom Hessischen Umweltministerium geleitet. 2019 konnten sich 384 hessischen Kommunen für das Programm bewerben, welche an einem der 217 Bäche liegen, die den Kriterien entsprechen. 100 Bäche wurden nun ausgewählt und zwischen 2020 bis 2023 sollen alle Maßnahmen beendet werden. „Wir lösen damit auch ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag ein, einen Beitrag für unsere Natur in Hessen zu leisten. Wir alle freuen uns, wenn unsere Bäche aus den Betonbetten befreit und wieder ihrem natürlichen Lauf folgen können. Das Ergebnis wird sein, dass sich viele verschiedene und seltene Tier- sowie Pflanzenarten wieder entlang der Gewässer ansiedeln und heimisch fühlen. Für die Biodiversität wird also gesorgt“, so Claus.

Dabei wird den Kommunen vom Land sehr viel Arbeit abgenommen. Die Landesregierung wird einen zentralen Dienstleister bestellen, welcher einen Großteil des jeweiligen Projekts trägt. Dieser wird zu 100% vom Land finanziert. Auch bei weiteren organisatorischen Punkten wie Flächenmanagement, Projektsteuerung, Planung, Abwicklung bis zur Öffentlichkeitsarbeit greift das Land den Kommunen unter die Arme und übernimmt bis zu 95% der Kosten. „Unsere Gemeinden werden finanziell also kaum belastet und erhalten ihre Bäche wieder in einem natürlichen Zustand zurück. Davon profitieren alle Anlieger und Bürger entlang der Gewässer“, erklärt die Abgeordnete.

Hintergrund des hessischen Vorhabens ist die EU Wasserrahmenrichtlinie, welche bis 2027 umgesetzt sein muss. Diese sieht vor, dass Gewässer in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden sollen. „Die Wiederherstellung des natürlichen Bachverlaufs ist nicht nur eine gute Umweltschutzmaßnahme, denn durch die Regeneration von Tier- und Pflanzenwelt tragen wir dadurch auch ein Stück zum Klimaschutz bei“, schließt Claus ab

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